Jazzwalk 4.0

Route 66:

Dieses groovige, bluesige Arrangement war ursprünglich Teil eines “Medley for G”, welches Jerry van Rooyen für Greetje Kauffeld geschrieben hat. Bei einem gemeinsamen Konzert erwähnte Sabine ihren Traum von einem eigenen, maßgeschneiderten Bigband-Programm. Greetje Kauffeld brachte dann beim nächsten Konzert die handgeschriebene Partitur Ack van Rooyens mit: “Das ist der Anfang – und ein richtig guter dazu!”. Transkribiert, ergänzt, fein aufgeschrieben für die CSM Big Band hat es der Aachener Jazz-Pianist Stefan Michalke.

In the wee small hours of the morning ist als kleiner verliebter Song meist eine Ballade. Der gewiefte und gewitzte Arrangeur und Posaunist Bernd Lechtenfeld interpretiert neu. Die Band swingt schlaflos, die verträumte Sehnsucht bleibt bestehen.

Jazzwalk

Sabine Kühlich studierte 2004 ein Semester in New York im Rahmen des Masterstudiums am Conservatorium van Amsterdam.
Es war bitterkalt und schneebedeckt im Januar. Nach vier Stunden, unterwegs auf einem von Paul Blair geführten historischen Jazz-Spaziergang, entstand am Abend in Sabines Studentenbude die Komposition JAZZWALK. Der Kurs an der Manhattan School of Music bei Richard Sussmann legte die Grundlagen, sich selbst als Arrangeurin zu versuchen. All die Geschichten und historischen Einflüsse sind in den verschiedenen Teilen in kontrastierenden Techniken der Bigband-Instrumentierung verarbeitet.
Ein würdiger Titel für die Jubiläums-CD der CSM Big Band, die in 40 Jahren wechselnder thematischer Konzertprogramme auch vielen historischen Einflüssen nachgespürt hat und damit wichtige Akzente in der Jazz-Ausbildung gesetzt hat.

St. Vitus Dance

Der Pianist Horace Silver widmete diesen Song dem großartigen Tap-Dancer, Sänger und Unterhaltungskünstler Sammy Davis Jr. Seine besonderen Moves finden sich in der modernen Musik wieder. Dee Dee Bridgewaters Interpretation und Arrangement des St. Vitus Dance stehen hier Pate. Notiert und angepasst für die CSM Big Band hat es Bernd Lechtenfeld.

Indonesia ist inspiriert durch eine junge indonesische Frau, die nach Aachen zog, um die deutsche Sprache zu lernen, Abitur zu machen und schließlich einen technischen Beruf zu studieren. Dann möchte sie zurück in ihr Land gehen und sieht dort eine blühende Zukunft vor sich. Sabine schrieb den Text auf deutsch, Merry The übersetzte ins Indonesische. Der Arbeitstitel GROWING beschreibt die schmerzlichen Situationen des Wachsen, verknüpft mit dem Wissen, auf dem der richtigen Weg zu sein. Alles wird gut werden alles und: „saya kuat“ – „ich bin stark!“ Der Arrangeur, Komponist und Masterstudent am Conservatorium Maastricht Andy Janssen setzte diesen Walzer wunderschön für Big Band um. Julia Terjung produzierte das Making-Of-Video dazu.

Walkman

Sabines Dankeschön an die endlos unterstützende Liebe ihrer Eltern und Großeltern findet sich reflektierend in dieser Ballade. Sie lassen die Teenagerin mit einem Walkman umherziehen, um den eigenen Weg zu finden, sich abzugrenzen, unabhängig und verantwortungsvoll erwachsen zu werden. Immer mit dem Vertrauen, dass sich auf diese Weise das Gute durchsetzen kann. Laufen lassen und Vertrauen – eine langsame Bossa Nova, arrangiert von dem großartigen Musiker Berthold Matschat.

Ballad of the sad young men

Die New Yorker Bebop-Legende Sheila Jordan war im Studio für einen Song Gaststar der CSM Big Band, zwei Wochen vor ihrem 90. Geburtstag. Studioarbeit ist oft mit Wartezeiten verbunden, und als ihr langweilig wurde, erledigte sie unbemerkt kurzerhand den Abwasch.

Ballad of the Sad Young Men ist eine Komposition aus dem Jahr 1958 von Tommy Wolf mit Lyrics von Fran Landesman. Der Komponist zeigte Sheila Jordan den Song und sie reichte ihn weiter an ihren Freund, den großartigen Sänger Mark Murphy, der fast 50 Jahre später einer von Sabines Lehrern in New York wurde. Sven Heinze arrangierte diesen Song für die Frauenband LINES FOR LADIES und veredelte das Vokalarrangement für die Big Band. Mit vierstimmigem Gesang hinter Sheila Jordan sind zu hören: Laia Genc, Anne Czichowsky, Sara Decker und Sabine Kühlich.

Sweet Slumber

Paul Desmonds Solo über Dave Brubecks KOTO Song ging Sabine 20 Jahre lang nicht mehr aus dem Ohr, bis sie es schließlich vertextete und ihrem Großvater widmete, der im Ohrensessel, mit neuen Kopfhörern sitzend, besonders dieses Lied mochte und sanft einschlummerte. Jahre später sah Sabine das Lächeln des Großvaters in ihrem 4jährigen Sohn, nebem dem 1jährigen, beide im Einschlummern, eben Sweet Slumber. Der preisgekrönte junge niederländische Arrangeur Jesse Passenier begreift dieses Solo wie ein Orchesterwerk. Die traditionellen Wege des Big Band Arrangierens verlässt er gekonnt, und fliegt mit der CSM Big Band in eine neue Dimension orchestraler Sounds. Am Altsaxophon soliert Sabine Kühlich im Geiste Desmonds.

But bis jetzt ist nix passiert

“Am Montag da warst du nicht mehr da!”… und nur wenn einer die Initiative ergreift, anruft oder eine E-Mail schreibt – das war 2004 noch sehr ungewöhnlich – kann aus Sympathie mehr werden. But bis jetzt ist nix passiert. Aus Sabines Feder stammen Text und dieser bluesige Song. Als große Liebhaberin des jazzigen Saxophonquartetts schrieb sie dieses Arrangement nur für diese Besetzung.

Bossa Fatal

Die langsame Leichtigkeit einer Bossa Nova, gepaart mit der typischen Sehnsucht, der Saudade, lassen träumen. Die frühere Beziehung ist bereits 10 Jahre vorbei, aber bleibt irgendwie doch immer im Herzen: “zusammen baden kann nie schaden!” Und so bleibt es bei einer gewagten Gedankenspielerei und dem sehnsüchtigen Träumen eines Bossa Fatal. Das Arrangement schrieb Thomas Forkert, ehemals Dozent der Clara-Schumann-Musikschule.

And even more - than - All of me

Sarah Vaughans Solo über den altbekannten Song All Of Me ist die Grundlage dieses Stückes. Sabine schrieb ironisierend einen Text zur Scat-Melodie Vaughans, der Vorlage der Originalidee “warum nimmst du denn nicht gleich alles von mir, oder noch viel mehr - And Even More - folgend. Die 22 jährige Komposition-/Arrangement-Studentin des  Bachelorprogramms am Conservatorium Maastricht Jorik Bergman hatte 2017 bereits ein tolles Arrangement für Sabine und das Amsterdam Concertgebouw Orkest geschrieben – sie erhielt dieses Arrangement als Auftragsarbeit. Well-done!

4.0

Daniel Rheinbay (1992*) erhielt seinen ersten Schlagzeugunterricht im Alter von 8 Jahren an der Clara-Schumann-Musikschule von Mathias Haus. Nach einigen Jahren im Jugendsinfonieorchester der Tonhalle entdeckte er die Komposition für sich und begann Klavierstunden zu nehmen. 2010 folgte die erste von drei Uraufführungen seiner Orchester-Werke in der Tonhalle Düsseldorf.
Das Studium Musik und Medien an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf ermöglichte ihm Unterricht bei Andy Gillmann und Jürgen Peiffer im Hauptfach Drumset. Dort entdeckte er die Liebe zum Jazz und gründete schließlich seine eigene Big Band, das Derendorfer Salonorchester, für das er auch komponiert und arrangiert. 4.0 ist seine Hommage zum 40jährigen Jubiläum der CSM Big Band, in der er selbst für den Drive und Groove am Schlagzeug verantwortlich ist.

 

Tracklist

  1. Route 66
  2. Indonesia
  3. Jazzwalk
  4. The Ballad of the Sad Young Men
  5. Walkman
  6. 4.0
  7. In the Wee Small Hours (of The Morning)
  8. But bis jetzt ist nix passiert
  9. St. Vitus Dance
  10. Bossa Fatal
  11. Sweet Slumber
  12. And Even More – than All of Me

 

Frank Becker sagt in den "Musenblättern" über "Jazzwalk 4.0":

Wie viele erfolgreiche deutsche Jazzer ist auch Sabine Kühlich aus einem Musikschul-Kokon geschlüpft. Die hervorragende Alt-Saxophonistin, die eine ebenso bestechende Sängerin ist – oder sollte man es umgekehrt formulieren? – legt aktuell ein Herzensprojekt vor, ein Album, zugeschnitten für ihre Stimme und Big Band. Die Düsseldorfer Big Band der Clara-Schumann-Musikschule war zwar nicht ihre Wiege, aber hier hat sie zum 40jährigen Jubiläum der Band mit Romano Schubert und seinem Klangkörper ein Ensemble gefunden, mit dem sich in großer Besetzung ihr Konzept nach ihren Wünschen verwirklichen ließ. Sieben Standards und fünf Kompositionen nebst Texten aus Sabine Kühlichs Feder (die gehören übrigens zum Besten des Albums) lassen fast eine Stunde soliden Big Band Jazz genußvoll aus den Lautsprechern fließen.

Ich habe Sabine Kühlich ja schon zuvor mit zwei europäischen Jazz-Größen verglichen, und auch hier bieten sich solche Gedankenverbindungen an: In „Walkman“ pfeift sie wieder einmal wie „Toots“, und in „But bis jetzt ist nix passiert“, „Bossa Fatal“ und „Sweet Slumber“ zeigt sie sich lasziv rauchig wie einst Inge Brandenburg. Auch ihr gekonnter Scat in „St. Vitus Dance“ erinnert verblüffend an die phantastische Leipziger Jazz-Ikone, die vor 20 Jahren in München gestorben ist. Spaßig ihr Scat-Duett mit Tim Kreikenbaums Posaune in „And Even More – than All of Me“. Sabine Kühlich kann sich mittlerweile längst in die „Bundesliga“ deutschsprachiger Jazzsängerinnen wie Caterina Valente, Inge Brandenburg, Greetje Kauffeld, Uschi Brüning, Lisa Bassenge und Céline Rudolph einreihen.

Anspieltips: „Indonesia“ (Solo Kathrin Kreikenbaum, as), „Jazzwalk“ (Solo Jakob-Ebener Holscher, tb), „Walkman“, „But bis jetzt ist nix passiert“ (Solo Christina Dellweg, as und Christian Minwegen, ts), „St. Vitus Dance“ (Solo Florian Beckmann, tp und Robert Gödecke, p), „All of me (Solo Tim Kreikenbaum, tb)“

 

Preis: 18 €
(zuzügl. Versand)
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